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Kreisjugendring Cham
472 Schülerinnen und Schüler beteiligen sich in Roding und Furth i.W. an der U18-Wahl des Kreisjugendrings
Prominent im Pausenhof und vor dem Schuleingang platziert, war er nicht zu übersehen: Der als Partybus umgebaute Gelenkbus der Rodinger Verkehrsbetriebe. Dieser diente an zwei Schultagen als Wahllokal für die U18-Wahl, an einem Tag in Roding und am anderen in Furth im Wald. Diese Wahlerfahrung für Jugendliche zielt in erster Linie darauf ab, Demokratie für junge Menschen erlebbar zu machen und über die Möglichkeiten der Mitgestaltung aufzuklären. Im Zentrum stand vor allem das „ins-Gespräch-kommen“ mit und unter den jungen Menschen.
Dies war auch der Grund für das besondere Wahllokal. Hier konnten sich die Jugendlichen an der Theke des Busses mit Getränken eindecken. „Wir haben uns bei der Aktion an den beiden Standorten ganz bewusst dazu entschieden nicht alle Jugendlichen im Landkreis erreichen zu können, dafür aber einen Rahmen zu schaffen, bei dem sich untereinander ausgetauscht werden kann“, betont Sebastian Niebauer, Geschäftsführer des Kreisjugendring Cham. Dies sei gelungen. Bei den jungen Menschen seien politische Diskussionen angestoßen worden, die es im Nachgang aufzunehmen gelte. „Denn politische Teilhabe will wachsen und begleitet werden“, so Niebauer. Das Projekt U18-Wahl ist daher kein einmaliges Event des Kreisjugendrings, sondern der Beginn für weitergehende Gespräche rund um Demokratie- und Medienbildung in den beteiligten Klassen und ein Gesprächsangebot an die dann offiziell gewählten Kommunalvertreter.
Hey Politik, mach doch bitte!
Entscheiden durften sich die Jugendlichen zwischen den sieben Landratskandidatinnen und -kandidaten sowie den örtlichen Bürgermeisterkandidaten in Roding und Furth im Wald. Hierzu bekamen die Schülerinnen und Schüler vorab ein Handout mit persönlichen Steckbriefen der Kandidaten sowie Hintergründe der U18-Wahl übermittelt. Neben der Wahlentscheidung hatten die jungen Menschen außerdem die Möglichkeit sich unter dem Motto „Hey Politik, mach doch mal bitte!“ direkt und auf Wunsch anonym an die Politik zu wenden. Auf einem Zettel konnten sie Anliegen formulieren, die ihnen in ihrer Stadt oder dem Landkreis besonders wichtig sind. Dadurch kamen knapp 80 Rückmeldungen zustande, die vom Kreisjugendring gesammelt und je nach Anliegen an den künftigen Landrat oder den Bürgermeister bzw. die Bürgermeisterin der jeweiligen Stadt übermittelt werden.
„Bei den formulierten Wünschen sind sicher einige umsetzbar, bei anderen kommen aber auch die Mandatsträger bei besten Willen an ihre Grenzen“, formuliert Niebauer mit einem Schmunzeln. In allen Fällen zeigt es aber, was die Jugendlichen in ihrer Lebensrealität bewegt. Von mehr Örtlichkeiten für Jugendliche bis hin zu ganz konkreten baulichen Veränderungswünschen zeigten die Rückmeldungen, dass es den jungen Menschen durchaus ein Anliegen ist, Treffpunkte außerhalb der digitalen Welt zu schaffen. Aber auch die gestiegenen Preise und die Mobilität sind Themen, welche die jungen Menschen umtreiben.
KJR als Lobby der Jugend
Jugendliche machen einen kleinen, nicht stimmberechtigten Teil der Bevölkerung aus. Viele politische Entscheidungen wie Bildungs- Sozial-, oder Jugendpolitik betreffen jedoch Kinder- und Jugendliche auf ihrem Lebensweg länger und intensiver als ältere Generationen. Umso wichtiger ist es daher, dass die Jugend im Landkreis eine Lobby hat, so die Intension des Kreisjugendrings. Damit die formulierten Anliegen nun nicht untergehen kümmert sich der Kreisjugendring in einem Gespräch mit den Politikern im Anschluss an die Wahlen.
Beteiligt an der Stimmabgabe selbst waren ein Teil der 8. bis 10. Klassen der Mittel- und Realschulen in Roding und Furth im Wald sowie Klassen des Pädagogischen Bildungszentrums in Furth im Wald. Diese konnten sich an den Wahltagen auch einen persönlichen Eindruck von den Bürgermeisterkandidaten verschaffen. Sie alle folgten gerne der Einladung und unterstrichen damit, dass die Beteiligung von jungen Menschen einen Stellenwert in der Kommunalpolitik besitzt.
Gespräche im Fokus
Am Ende gaben 472 Schülerinnen und Schüler aus Roding und Furth i. W. mit folgendem Ergebnis ihre Stimmen ab. Anzumerken ist dabei, dass anders als bei bekannten Wahlumfragen wie z.B. „Infratest dimap“ die Ergebnisse nicht repräsentativ sein können, da die Auswahl der befragten Schülerinnen und Schüler nicht nach wissenschaftlichen Kriterien erfolgte und die Teilnehmerzahl dafür zu gering ist. Im Mittelpunkt stand jedoch ohnehin etwas anderes: „Demokratie für junge Menschen erlebbar machen und miteinander in den Austausch zu kommen“, weiß Niebauer. „Denn politische Teilhabe will wachsen und begleitet werden.“ Das Projekt U18-Wahl sei daher kein einmaliges Event des Kreisjugendrings, sondern der Beginn für weitergehende Gespräche rund um Demokratie- und Medienbildung in den beteiligten Klassen und ein Gesprächsangebot an die dann offiziell gewählten Kommunalvertreter.
Ergebnis Landratswahl U18 Roding & Furth i.W. (n=472): Multerer Michael 29,24 %, Fischer Christl 27,97 %, Schindler Christian 21,82 %, Brachwitz Steve 8,26 %, Oberthür Christian 7,20 %, Kretz Sascha 3,18 %, Stuiber Alfred 2,33 %
Ergebnis Bürgermeister U18 Roding (n=256): Riedl Alexandra 68,36 %, Janker Fabian 16,41 %, Straßburger Karsten 15,23 %
Ergebnis Bürgermeister U18 Furth i.W. (n=213): Bauer Sandro 69,48 %, Stelzer Günter 23,95 %, Zeller Stefan 6,57 %
Kreisjugendring Cham
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